Ammour und Hammers Deutsche Meister

Sechs Medaillen gewinnt die Eintracht beim nationalen Showdown der Bobfahrer in Altenberg. Kein anderer Verein ist erfolgreicher.

Es hatte sich angedeutet, sowohl im Einzeltest als auch bei den Deutschen Anschubmeisterschaften in Oberhof hatten sich die Trainingsgruppe von Landestrainer Tim Restle am vergangenen Wochenende in absoluter Topform präsentiert. Aber was die Wiesbadener Athleten in den Altenberger Eiskanal am Ende zauberten, überraschte dann noch die kühnsten Erwartungen.

Sechs Medaillen gewannen die Wiesbadener Athleten. Damit avancierte die Eintracht zum erfolgreichsten Verein der Deutschen Meisterschaft der Bobfahrer.

Den Anfang machte Issam Ammour, der mit starken Startleistungen seinen Piloten Richard Oelsner (BSC Sachsen Oberbärenburg) nach dem Junioren-WM Titel auch zum DM-Titel in der Aktivenklasse schob. Nur elf Hundertstel dahinter landete dann schon mit Christian Hammers im Schlitten von Pilot Christoph Hafer (SC Bad Feilnbach) der nächste Eintrachtler. Die Revanche folgte am nächsten Tag, als Christian Hammers mit Pilot Christoph Hafer und den Anschiebern Michael Salzer (Solitude Stuttgart) und Tobias Schneider (SC Bad Feilnbach) den Spies umdrehte und auf der schnellen Altenberger Bahn zum Titel raste. 15 Hundertstel dahinter landete Issam Ammour, diesmal gemeinsam mit seinem Eintracht-Trainingspartner Costa Laurenz und Christian Jagusch (Mitteldeutscher Sportclub).

Damit haben die drei starken Wiesbadener Männer einen großen Schritt in Richtung Qualifikation für den Weltcup gemacht. Denn die Deutsche Meisterschaft fungierte gleichzeitig als eines von zwei Selektionsrennen für die Weltcupsaison. Endgültig vergeben werden die Tickets am kommenden Freitag (2er Bob) und Samstag (4er Bob und 2er Bob Frauen) am bayrischen Königsee.

Für eine weitere Eintracht Athletin sind diese Tickets zum greifen nah. Kim Kalicki zeigte vier starke Läufe auf der schwierigen Altenberger Bahn und wurde souverän deutsche Vizemeisterin. 

Verdient feierlich

Showtime: Kunstturnerin Lilly Pöpperl hebt ab (Fotos: Paul Müller)

Die Eintracht zeichnet ihre Mitglieder aus, die in den vergangenen zwölf Monate hervorstachen. Das klingt nach müden Füßen? Von wegen: Vorhang auf!

Wer viel im Internet unterwegs ist, und das sind die meisten von uns, der entwickelt normalerweise ein ziemlich gutes Gespür dafür, was für Nachrichten gerne erstmal liegen gelassen werden, ungeöffnet bleiben oder direkt gelöscht werden. Werbemails gehören dazu. Aber auch Einladungen mit sperrigem Betreff. „Ehrungsfeier“ ist so ein Wort. Es klingt nach einer Stehorgie, langen Reden und (bestenfalls) nach einem Gläschen Sekt, das die müden werdenden Füße betäubt.

Am vergangenen Sonntag war die Berghoffhalle im Westend anlässlich der Ehrungsfeier des Hauptvereins dennoch gerammelt voll. Und das vermutlich nicht nur daran, dass der Vorstand wohlweislich die Einladungen per Post verschickte. Den Vereinsmitgliedern bot sich ein buntes Programm mit kurzen Reden ranghoher Vertreter aus Sport und Politik sowie liebevoller Verpflegung durch den Veranstaltungsausschuss.

Was die Reden angeht, das wichtigste in drei Tweets: Unserem Vereinsvorsitzenden Peter Gresch macht die Arbeit auch nach über einem Jahr immer noch Spaß (1/3). Wir haben viele Migranten in unseren Reihen und leben damit (gegenseitige) Integration (2/4). Oberbürgermeister Gert Uwe Mende zeigte sich von unserem Verein  als „großer Familie“ begeistert. Er blieb bis zuletzt. (3/3)

Und wer wurde geehrt? Alle, die es verdient hatten. Aufsteiger, Platzierte, Jubilare, aber auch Menschen, die sich über lange Zeit ehrenamtlich für die Eintracht engagiert haben. Neben Ehrennadeln und Urkunden gabs Wein und Süßigkeiten.

Begleitet wurde das Programm am Xylophon von Dominik Schumacher mit stimmungsvollen  Klängen und atemberaubenden Sprüngen unserer jungen Kunstturnerinnen bei ihrem Bodenprogramm. Last but least leisteten die Mitglieder unseres Veranstaltungsausschusses ganze Arbeit, die in stundenlanger Arbeit für das leibliche Wohl und die Bestuhlung der „Festhalle“ gesorgt hatten.

Peter Gresch zeigte sich nach der Veranstaltung entsprechend zufrieden. „Das war super, was alle Beteiligten hier aufgestellt haben.“ Er habe nur positives Feedback erhalten. Der Betreff „Ehrungsfeier“ jedenfalls dürfte kommendes Jahr wieder bei vielen Eintrachtlern auftauchen. Es gibt guten Grund, sich das Ganze genauer anzuschauen.

Sieben von vielen: Vereinsvorsitzender Peter Gresch (links) und seine Stellvertreterin Hanne Schwerdtner (2 v.l.) neben verdienten Eintrachtlern

DM-Gold für Ammour und Laurenz

Bei den Deutschen Anschubmeisterschaften in Oberhof sahnen die Eintracht Bobfahrer gleich fünf Medaillen ab.

Mit fünf Medaillen sind die Wiesbadener Athleten vergangene Woche von den Deutschen Anschubmeisterschaften in Oberhof zurückgekehrt. Überragend war wieder einmal der Viererbob von Richard Oelsner (Oberbärenburg) mit den beiden Eintrachtlern Issam Ammour und Costa Laurenz, die mit zweimal Laufbestzeit die Konkurrenz dominierten und souverän Deutscher Meister wurden.

Fleißigster Medaillensammler aus heimischer Sicht war Newcomer Malte Schwenzfeier dem gleich zwei Podestplätze gelangen. Im Zweierbob war er in einem Herzschlagfinale um ein Hundertstel dem Olympiasieger Francesco Friedrich (Oberbärenburg) und um drei Hundertstelsekunden Weltmeister Johannes Lochner (Stuttgart) unterlegen.

Im Viererbob landete Schwenzeier mit seinem Piloten Phillip Zielasko (Oberhof) auf Platz 3. Die fünfte Eintracht-Medaille erkämpfte Kim Kalicki mit ihren Anschieberinnen Viktoria Doenicke und Kathleen Heigl in der Damenkonkurrenz.

Ammour und Kalicki gewinnen Leistungstests in Oberhof

Der zentrale Leistungstest in Oberhof läutet wie jedes Jahr die Bobsaison ein und liefert eine erste Standortbestimmung für die Saison. Die fiel mehr als positiv aus. „Wir haben den in der Breite und Spitze besten Leistungstest seit dem bestehen des Wiesbadener Stützpunktes gesehen“, zog Landestrainer Tim Restle Bilanz.

Höhepunkt aus Eintracht Sicht war der erste Sieg von Issam Ammour in der Männerkonkurrenz auf der Position Seite, die er souverän für sich entscheiden konnte. Darüber hinaus gelang Ammour mit dem zweiten Platz auf der Position Bremse und einem dritten Platz in der Viererbob Simulation zwei weitere Podestplätze.

„Das war ein beindruckender Auftritt von Issam, der nochmal ein neues Level erreicht hat und sich endlich den ersten Testsieg holen konnte, nachdem er in den vergangenen Jahren oft dicht dran war“, lobte Verbandschefin Erica Fischbach ihren Schützling.

Für den zweiten Sieg des Wiesbadener Stützpunkts sorgte Pilotin Kim Kalicki, die in einem Herzschlagfinale eine Hunderstelsekunde vor Olympiasiegerin Lisa Buckwitz und zwei Hundestelsekunden vor Trainingspartnerin Maureen Zimmer, die ein starkes Debüt auf der Pilotenposition feierte, ins Ziel kam. Mit einem sechten Platz in der Männerkonkurrenz auf der Position Seite zeigte sich auch Christian Hammers in Topform.

Insgesamt gelangen dem Wiesbadner Stützpunkt elf Top-Ten Platzierungen und drei Siege in der Nachwuchskonkurrenz durch Neuzugang Malte Schwenzfeier.