Offene Hallen Kreis Einzel U12 bis U16 Meisterschaften in Wiesbaden (1.3.2020)

Die Kreismeisterschaften in Wiesbaden waren erstmalig offen ausgeschrieben. Viele junge Athleten und Athletinnen (über 150) von der Altersklasse U12 bis U16 kamen weit über die Wiesbadener Stadtgrenzen hinaus zu dieser Veranstaltung und so entwickelten sich spannende Wettbewerbe.

Lea Juric (W13) erfolgreichste Eintracht Athletin, Ava Mantovani (W10) überraschte im Hochsprung

Ergebnisse

W10

50m                       5.            Ava Mantovani                      8.69 sek.

Weit                       6.            Ava Mantovani                      3.30m

Hoch                      2.            Ava Mantovani                      1.12m

W13                      

Hoch                      6..           Carla Stark                            1.20m

60m                       4.            Lea Juric                               9.03 sek.

                              11.          Carla Stark                            9.59 sek.

                              12.          Paulin Rodius                        9.67 sek.

Kugel                     1.            Lea Juric                               7.34m

Weit                       2.            Lea Juric                               4.12m

                              16.          Paulin Rodius                        3.35m

W15

Kugel                     4.            Kim Spindler                         7.82m

Weit                       7.            Kim Spindler                         3.88m

60m                       5.            Kim Spindler                         9.41 sek.

Deutscche Senioren Hallenmeisterschaften in Erfurt (1.3.2020)

Eintracht- Hoch- und Stabhochspringer holen Deutschen-Meistertitel in Erfurt.

Petra Koliwer (W50) und Rüdiger Weber (M55) sind im Hochsprung nicht zu besiegen. Manfred Nink (M65) holt überraschend die Bronzemedaille im Stabhochsprung. Thorsten Bühl (M45) erzielt im 60m Lauf unter 21 Teilnehmern Platz 7

Ergebnisse

M45

60m                       7.            Thorsten Bühl                        7.78 sek..

200m                      7.            Thorsten Bühl                        25.47 sek.

M55                      

Hoch                      1.            Rüdiger Weber                      1.73m

M65

Stabhoch               3.            Manfred Nink                         2.70m

W50

Kugel                     9.            Petra Koliwer                         10.07m

Weit                       2.            Petra Koliwer                         4.68m

Hoch                      1.            Petra Koliwer                         1.49m

Hessische Senioren Hallenmeisterschaften in Stadtallendorf ( 8.2.2020)

Je 2 Hessenmeister- Titel für Thorsten Bühl und Manfred Schneider.

Überragendes Hochsprungergebnis für Petra Koliwer

Ergebnisse

M45

60m                       1.            Thorsten Bühl                        7.84 sek..

200m                      1.            Thorsten Bühl                        25.63 sek.

M65

Stabhoch               1.            Rolf Nucklies                         3.10m

Kugel                     2.            Thomas Höner                       11.05m.

60m                       2.            Thomas Höner                       8.86 sek.

M80

60m                        1.            Manfred Schneider                10.57 sek.

Weit                       1.            Manfred Schneider                3.28m

W50

Kugel                     2.            Petra Koliwer                         10.55m

Weit                       2.            Petra Koliwer                         4.61m

Hoch                      1.            Petra Koliwer                         1.55m

60m                        3.            Petra Koliwer                         9.24 sek.

W60

Weit                       2.            Erika Höner                           3.54m

60m                       4.            Erika Höner                           10.66 sek.

Kim holt Silber bei Bob-WM

Silber! Kira Lipperheide und Kim Kalicki (links) bei der Bob-WM in Altenberg (Foto: BSD)

Bei der Bobweltmeisterschaft im Altenberg ist unserer Fahrerin Kim Kalicki eine Sensation gelungen. Zusammen mit Anschieberin Kira Lipperheide fuhr Kim am Samstag auf den zweiten Platz. Damit sicherte sich die 22 Jahre alte Sportlerin die Vizeweltmeisterschaft. Geschlagen geben musste sie sich am Ende nur der zweimaligen Olympiasiegerin Kaillie Humphries aus den Vereinigten Staaten.

Durch den schwer zu fahrenden Eiskanal, in dem am Freitag bereits mehrere Bobs zum Sturz gekommen waren, steuerte Kim an beiden Wettkampftagen nahe der Ideallinie, konzentriert und offenkundig ohne übergroße Nervosität. Während die übrigen deutschen Damenbobs sich nach und nach von ihrem Medaillenträumen verabschieden mussten, blieb Kim auch im vierten und letzten Lauf auf ihrer Hausstrecke an der erfahrenen Spitzenreiterin dran.

Der Erfolg am Samstag kam für viele überraschend. Kims Teilnahme war keinesfalls gesetzt, trotz ihres Weltcup-Erfolgs im Dezember am Lake Placid. Erst mit der Verteidigung der Junioren-Weltmeisterschaft vor zwei Wochen in Winterberg sicherte sich Kim das Ticket für die WM in Altenberg. Dass die ihr im Team zugedachte Rolle als Ergänzungsfahrerin hinter den erfahrenen Pilotinnen für sie zu klein war, zeigte sie dann auf der Strecke.

Für die Eintracht ist Kims Erfolg die bisherige Krönung der Arbeit der Bobabteilung, die in den vergangenen Jahren quasi dem Nichts gegründet und binnen kürzester Zeit einen Stützpunkt in Wiesbaden aufgebaut hat, an dem neben Kim Kalicki mit Costa Laurenz, Issam Ammour, Vanessa Mark, Christian Hammers und Malte Schwenzfeier inzwischen eine ganze Reihe von Spitzenathleten trainieren.

Malte fuhr als Anschieber von Richard Oelsner am Wochenende im Zweierbob der Herren auf einen ebenfalls beachtlichen Platz fünf.

Nicht nur „Kim Possible“ macht es möglich

Grund zum Jubeln: Kim Kalicki (links) und Anschieberin Kira Lipperheide in Winterberg (Foto: BSD/Dietmar Reker)

Wie Kim Kalicki plötzlich bei einer Bob-Weltmeisterschaft um die Plätze mitfahren möchte und kann 

Von Torsten Muders 

WIESBADEN/ALTENBERG. „Kim Possible“ ist eine Disney-Zeichentrickserie um ein eigentlich ganz normales Mädchen, das nebenbei als Geheimagentin die Welt mit Superkräften vor allerhand Schurken rettet. Doch auch die echte Kim macht es bei ihrer „Mission: Impossible“ möglich. Denn wie kann ein „Wiesbadener Mädchen“, wo es weit und breit keine Bobbahn gibt, auf einmal in der internationalen Bob-Elite mitfahren? Die mittlerweile 22-Jährige kann es und peilt bei den anstehenden Weltmeisterschaften in Altenberg einen Platz unter den ersten Acht an.

Seit fünf Jahren sitzt die ehemalige Leichtathletin, die sich quasi sportlich umschulen ließ, nun an den Lenkseilen. Ein gewisses Talent sagte man ihr schon in frühen Jahren nach. Nach der vermaledeiten vergangenen Saison, als nach einer Verletzung die damals schon angepeilten Weltcup-Starts früh gelaufen waren, machte die Athletin der Wiesbadener Eintracht in dieser Saison einen großen Sprung. „Im Nachhinein war die letzte Saison gar nicht verkehrt, so konnte ich viele Trainingsfahrten machen“, blickt Kalicki zurück. Erfahrung und eine gewisse Zeit im Bob gehören eben dazu, um zu reifen und schneller zu werden. Mit zwei Podestplätzen (Rang drei und zwei) in Lake Placid zum Auftakt dieses Winters ließ Kalicki aufhorchen. Dass sie danach in einer bärenstarken deutschen Mannschaft nicht mehr für den Weltcup nominiert wurde, wurmte zwar, doch die Wiesbadenerin wusste um ihre Chance bei der Junioren-WM.

„Ich bin nun viel entspannter“

„Der Druck war aber schon groß, weil jeder, auch ich, von mir den Titel erwartet hatte“, holte sich Kalicki zusammen mit Anschieberin Kira Lipperheide (TV Gladbeck) den Titel und das Ticket für die große WM. Seit gut einer Woche trainiert das Duo nun schon in Altenberg, die praktisch zur Heimbahn für Kalicki geworden ist. Neben dem Athletiktraining beim Wiesbadener Heim- und Stützpunkttrainer Tim Restle fruchtete bei Kalicki nämlich nun auch die verstärkte Kooperation mit den Trainern aus Sachsen, die für das Fahrerische zuständig sind.

Doch auch der Kopf spielt bei Kalicki eine entscheidende Rolle. „Ich bin nun viel entspannter“, musste laut der vierfachen Junioren-Weltmeisterin früher immer gleich alles zu 100 Prozent klappen. Wenn nicht, wurde sie schnell unleidlich. Auch das Material machte Fortschritte, bekam Kalicki doch einen neuen Schlitten bereitgestellt. Wenngleich es immer noch Unterschiede zu den Topfahrerinnen im deutschen Team um die amtierende Weltmeisterin Mariama Jamanka und der Weltcupgesamtsiegerin Stephanie Schneider gäbe. Mit der vierten Pilotin Laura Nolte wird das deutsche Quartett für die WM komplettiert. Bei der internationalen Konkurrenz müsse man laut Kalicki vor allem auf die in Altenberg traditionell starke Kanadierin Kaillie Humphries, die nun für die USA startet, und die Kanadierin Christine De Bruin achten. Käme für Kalicki angesichts der starken deutschen Konkurrenz ein Nationalitätenwechsel in Frage? „Jede unserer Athletinnen würde in jedem anderen Verband sicher fahren. Doch ich fahre für Deutschland. Punkt“, stellt die 22-Jährige fest.

Auch ihr Freund hätte dies gerne in dieser Saison gemacht, doch Anschieber Costa Laurenz wurde durch eine Verletzung ausgebremst. Nächstes Jahr soll es dann am besten von der gemeinsamen Wiesbadener Wohnung wieder hinaus in die weite Bob-Welt gehen.

Doch erstmal will Kalicki am Wochenende, am Freitag und Samstag stehen jeweils zwei Läufe an, bei der WM ihre Mission erfüllen. Als nun ausgebildete Kommissarin, ihr Studium hat sie Mitte Januar in Wiesbaden an der Polizeihochschule abgeschlossen, hat die Sportpolizistin sicherlich auch einige Superkräfte, um den möglichen Fall zu lösen.

Starke Anschieber

Neben Kalicki wird auch der zweite aktuelle Wiesbadener Junioren-Weltmeister in Altenberg dabei sein. Anschieber Malte Schwenzfeier startet zusammen mit Richard Oelsner (BSC Sachsen) im Zweierbob. „Eine Heimweltmeisterschaft wird ein unvergessliches Erlebnis für die beiden werden, sie sollen es einfach genießen,“ freut sich die Hessische Verbandspräsidentin Erica Fischbach für ihre Schützlinge. Issam Ammour hat sich zwar rechtzeitig von seiner Oberschenkelverletzung erholt und konnte zum internen Duell gegen die anderen Bremser Joshua Bluhm (BSC Winterberg) und Paul Krenz (Mitteldeutscher Sportklub Magdeburg) um WM-Einsätze im Zweier- und Viererbob von Nico Walther (BSC Sachsen) antreten. Am Ende lag er aber die Winzigkeit von zwei Hundertstelsekunden hinter Krenz. Ammour bleibt aber als Ersatzmann vor Ort.

Dieser Artikel ist zuerst im Wiesbadener Kurier am 19.02.2020 erschienen. Wir danken für die Erlaubnis zur Veröffentlichung.