Wiederaufstieg im Rekordtempo

In Rausch gespielt: Der zweiten Tischtennismannschaft gelingt die Rückkehr in die Bezirksklasse; ausgerechnet im Vier-Punkte-Spiel gegen den schärfsten Konkurrenten

Bombenstark gegen Kostheim: Benjamin Frankler, Lars-Erik Kimmel, Kevin Bohley, Dr. Norbert Schwenk (hinten), Mannschaftskapitän Lorenz Hemicker und Alex Przybylski

Doch was heißt das schon? Geschichten über Teams, Mannschaften und Vereine, die sich gefühlt schon wieder eine Liga höher sahen, sind Legion. In allen Sportarten. Das kann beflügeln, aber auch verkrampfen. Oft genug schon wurde das Wissen, eigentlich nicht verlieren zu können, zum Druck, nicht verlieren zu dürfen.

Die Chancen standen von Anfang an gut. Verstärkt mit Spielern aus der ersten Mannschaft, motiviert und verletzungsfrei gab es für Team Zwo in der Saison 18/19 stets nur ein Ziel: Den Wiederaufstieg nach dem unglücklichen Abstieg im Frühjahr vergangenen Jahres.

Für die Spieler der zweiten Mannschaft sind solche Psycho-Gedanken nun erst einmal Geschichte. Seit vergangenem Freitag ist gewiss: Dem Team ist es in dieser Saison über weite Strecken gelungen, in einem atemberaubenden Tempo und wie im Rausch sich den Wiederaufstieg zu erspielen. Bereits vier Spieltage (oder knapp ein Viertel) vor Ende der Saison liegt Team Zwo uneinholbar mit 25:4 Punkten vor Verfolger TV Kostheim.

Mit 9:3 gelang es im Vier-Punkte-Spiel gegen den Drittplatzierten, alle noch verbliebenen Zweifel auszuräumen. Dabei profitierte die Eintracht zweifellos vom verletzungsbedingten Ausfall des gegnerischen Spitzenspielers Manfred Moses. Zugleich aber stellte sie auch unter Beweis, dass wechselnde Aufstellungen in dieser Saison ihre Nervenstärke und Durchschlagskraft kaum mindern können.

So musste Team Zwo durch den Ausfall von Anton Fischer dieses Mal zu Beginn sein Spitzendoppel ersetzen. An seine Stelle rückte das etatmäßige Zweierdoppel mit Norbert Schwenk und Lorenz Hemicker. Die beiden Routiniers erfüllten die in sie gesetzten Hoffnungen und setzten sich im ersten Spiel 3:1 gegen die Kostheimer Gegner durch. Alexander Przybylski und der für Anton Fischer aus der dritten Mannschaft ins Team gerückte Lars-Erik Kimmel konnten Kostheims Spitzendoppel im Gegenzug zwar ärgern, aber erwartungsgemäß nicht bezwingen. Für die erhoffte 2:1-Führung im ersten Doppeldurchgang sorgten Kevin Bohley und Benjamin Frankler.

Von einem klaren Sieg war anfangs noch nichts zu sehen. Kostheims Spitzenpaarkreuz Simon Kühn und Nektarios Dimos lieferten Alexander Przybylski und Norbert Schwenk zum Auftakt der Einzel zwei erbitterte Schlagabtausche; mit gemischtem Ausgang. Während Przybylski sich denkbar knapp im fünften Satz mit 9:11 geschlagen geben musste, setzte sich Schwenk schlussendlich im Entscheidungssatz mit 11:7 durch.

Im mittleren und unteren Paarkreuz machte sich der Leistungsunterschied zwischen beiden Mannschaften danach jedoch rasch deutlich bemerkbar. Zwar konnte sich Lars Chlumsky noch einmal gegen Kimmel durchsetzen. Ansonsten aber erzielte die Eintracht rasch und in minimaler Schlagzahl von je drei Gewinnsätzen einen Punkt nach dem anderen. Selbst Przybylski gelang es zum Auftakt der zweiten Einzelrunde im direkten Vergleich mit Kostheims Nummer eins Dimos mühelos zu punkten.

Schwenk und Hemicker machten es die Kostheimer beim Stand von 7:3 dann noch einmal richtig schwer. Am Ende markierten beide mit ihren Herzschlagspielen nacheinander die letzten Punkte, die zum sicheren Aufstieg noch nötig waren.

Mit einer makellosen Bilanz von 10:0 ist Team Zwo derzeit die beste Kreisliga-Mannschaft der Rückrunde. Was bleibt, ist die Jagd nach der Meisterschaft, für die es allerdings zweierlei bedürfte: eines überraschenden Siegs gegen den übermächtigen VfR V – und dazu noch eines weiteren Strauchlers des Tabellenführers.

Spitzenzugang für die Tischtennisabteilung

Die erste Mannschaft peilt nach sieben langen Jahren die Rückkehr in die Bezirksliga an. Mit Carsten Längsfeld dürften die Chancen dafür klar wachsen.

Carsten Längsfeld hat das Schwarz für die Eintracht angelegt

Die Tischtennisabteilung kann zum Start in die Rückserie mit einer enormen Verstärkung rechnen. Carsten Längsfeld, der zuletzt beim TTC Rot-Weiß Biebrich spielte, läuft ab sofort als neuer Spitzenspieler im schwarzen Trikot für die Eintracht auf.

Der Wechsel kommt für die erste Mannschaft zur rechten Zeit. Zur Winterpause rangiert das Team um Mannschaftskapitän Hanna Aksu auf Rang zwei in der Bezirksklasse; punktgleich mit dem TTC Lorchhausen II. Den hauchdünnen Vorsprung gilt es in der Rückserie auszubauen.

Mit Carsten kommt ein Spieler in einer Qualitätklasse hinzu, über die die Eintracht lange nicht verfügt hat. Mit seiner Hessenliga- und langjährigen Bezirksligaerfahrung dürfte er für seine Gegner schwer auszurechnen sein; selbst wenn ihm etwas Routine fehlen sollte. Seine letztes Meisterschaftsspiel bestritt Carsten im April 2015. Wir drücken ganz fest die Daumen!

Tischtennis: Alexander Przybylski in der F.A.Z.

Das passiert nicht alle Tage! Unser junger Tischtennisspieler Alexander Przybylski hat am Sonntag einen besonderen Auftritt gehabt. Statt in der Uni oder an der Platte war das Gesicht des Eintracht-Eigengewächses im Politikteil der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zu sehen. Der Grund dafür: Eine junge Journalistin war auf der Suche nach jungen Deutsch-Polen im Rhein-Main-Gebiet auf Alex aufmerksam geworden.

Die Gespräche, Foto- und Videoauftritte für den Beitrag bewältigte Alex wie ein Routinier völlig entspannt am Rande eines Meisterschaftsspiels der Kreisliga. Seine Einzel gewann er dann zwischendurch – souverän. Momentan überwintert die zweite Mannschaft, in der er spielt, auf Rang zwei und damit einem Aufstiegsplatz.

Wir sammeln für Kameruns Kinder

Sportler helfen einander über Grenzen hinweg. Unser Verein sucht Ausrüstung und Kleidung für Kinder in Zentralafrika, die ihrem gefährlichen Alltag für ein paar Stunden entkommen sollen.

Kinder umringen Chef Beba bei einer früheren Lieferung deutscher Sportgeräte im Norden Kameruns. (Foto: privat)

Viele von uns verfügen über Zweitschläger, Bälle, oder zu klein gewordene Trikots. Unsere Abteilungen über alte Netze, Turngeräte oder Körbe. Was tun damit?

Unser Verein beteiligt sich an der Aktion „Sportequipment für Kamerun“ von Chef Beba, einem engagierten Tennislehrer, der bei uns in Wiesbaden lebt und schon mehrfach für sein Heimatland gesammelt hat.

Im vergangenen Jahr kamen rund 200 Sportgeräte aus der Region zusammen, die verschifft und von Chef Beba persönlich an bedürftige Kinder im Norden des Landes, in der Region Garoua, verteilt wurden.

Dort regiert die Armut, und immer wieder ziehen Banden der Terrormiliz Boko Haram mordend und brandschatzend herum. Viele Kinder in der Region haben ihre Eltern verloren, sind allein und leben auf der Straße. Chef Beba will helfen, dort eine Anlaufstation zu schaffen, in der die Kinder Sport treiben und ihrem gefährlichen Alltag für ein paar Stunden entkommen können.

Die Sammelaktion ist bereits angelaufen. Unsre Tischtennisabteilung hat bereits eine Platte und eine ganze Reihe von Schläger und Trikots gespendet. 

Alle Vereinsmitglieder, ihre Familien und Freunde sind herzlich dazu eingeladen, sich zu beteiligen. Sammelt die Sachen gern und gebt sie beim Tischtennistraining in der Oranienschule ab oder wendet Euch per E-Mail an unser Vereinsmitglied Arno Bauer (designbauer[at]arcor.de).


Überraschung beim Luca-Pepi-Turnier

Den Wanderpokal in der Hand: Marin Mandusic, flankiert von Furkan Dogan (links) und Artemij Belozercev (rechts)

Ein regelrechter Senkrechtstarter hat vergangene Woche das traditionelle Herbsturnier der Tischtennisabteilung gewonnen. Beim 5. Luca-Pepi-Turnier am 28. Oktober, im Gedenken an Eintrachts ehemaligen Spitzenspieler und langjährigen Trainer setzte sich Marin Mandusic in einem Feld von 16 Teilnehmern und unter den Augen von Lucas Vater, Lebensgefährtin und seiner Tochter am Ende verdient durch.

Dabei bezwang Marin, der als ungelisteter Spieler erst diese Saison begonnen hat, für die Eintracht zu spielen, im Final Eintrachts etatmäßige Nummer drei Furkan Dogan. Den dritten Platz belegte mit Artemij Belozercev die Nummer eins der 1. Jugend.

Luca Pepi war im Oktober vor sechs Jahren im Alter von nur 31 Jahren überraschend gestorben. In den vergangenen Jahren hatten Hanna Aksu (2017), Nico Koschade (2016) sowie Kevin Bohley (2014, 2015) den Wanderpokal gewonnen.